Heute nimmt man an, dass das Gehirn eine Art mustererkennendes System darstellt, wobei die gespeicherten Muster die Gedächtnisinhalte bilden. Einzeleindrücke und Teilelemente werden im Gehirn - oder vielmehr im Gedächtnis - miteinander verknüpft. Es ist charakteristisch für unser Gedächtnis, dass nur Teilaspekte eines gespeicherten Musters angeregt werden müssen, um es zu einem Ganzen zu vervollständigen. Als Beispiel hierfür ist die Fähigkeit der Worterkennung beim Verdecken der unteren Hälfte.

Die hohe Fähigkeit der Assoziation unseres Gehirns kann man aber überlisten, was das folgende Beispiel zeigt, das Sie selber mit einer anderen Person durchführen können.

          Sagen Sie der Person: Sie soll das Wort "weiß" etliche Male hintereinander schnell sagen. " weiß, weiß, weiß, weiß, weiß, weiß, weiß, weiß, weiß, weiß, weiß, ......." 

          Dann fragen Sie die Person schnell "Was trinkt die Kuh".

Die Person wird hoffentlich, wie viel das machen, sagen "Milch", was falsch ist. In dem Moment der Frage hat das Gehirn, hoffentlich, die folgende Assoziation "weiß", "Kuh", "trinken" angenommen und bringt das Wort "Milch" spontan hervor. Wenn man sich aber genau und nur auf die Frage konzentriert, so sagt man mit Sicherheit nicht "Milch". Aber was trinkt eine Kuh eigentlich?

Biologische Netze verfügen über eine ungeheure Anzahl von Neuronen. Wer nun aber annimmt, dass die einzelne Nervenzelle sehr schnell arbeitet, wird enttäuscht. Die heute gebräuchlichen Halbleiterschaltkreise können in einer Sekunde durchaus  Schaltvorgänge durchführen, ein Neuron dagegen nur etwa . Ganz offensichtlich ist die Besonderheit biologischer Systeme tatsächlich in der Anzahl der Neuronen und ihrer Vernetzung zu suchen und nicht ihrer Schnelligkeit.